Du misst deinen Puls. Du achtest vielleicht auf deinen Blutdruck, deine Körpertemperatur oder darauf, wie du dich körperlich fühlst.
Aber wann hast du zuletzt deinen Menstruationszyklus als Gesundheitszeichen betrachtet?
Vielleicht noch nie.
Nicht, weil dein Zyklus unwichtig wäre. Sondern weil die meisten von uns nie gelernt haben, ihn wirklich zu verstehen.
Dabei ist dein Zyklus weit mehr als die paar Tage, an denen du deine Periode hast. Er ist ein wiederkehrender körperlicher Prozess, an dem sich verschiedene Veränderungen beobachten lassen.
Und genau deshalb wird der Menstruationszyklus auch als fünftes Vitalzeichen bezeichnet.
In der Medizin werden Puls, Atemfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur traditionell als wichtige Vitalzeichen betrachtet. Der Menstruationszyklus wird zunehmend als weiteres Gesundheitszeichen betrachtet, insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Alter.
Der Gedanke dahinter ist eigentlich ganz einfach:
Veränderungen im Zyklus können Hinweise darauf geben, dass sich im Körper etwas verändert.
Dabei geht es nicht darum, dass dein Zyklus jeden Monat exakt gleich aussehen muss.
Ein gesunder Zyklus ist nicht automatisch ein Zyklus von genau 28 Tagen. Auch Schwankungen können völlig normal sein.
Viel interessanter ist deshalb dein persönliches Muster:
Wie lang sind deine Zyklen normalerweise?
Wann findet dein Eisprung ungefähr statt?
Wie verändert sich deine Blutung?
Wie geht es dir körperlich und emotional in den verschiedenen Phasen?
Und was verändert sich, wenn du besonders viel Stress hast, wenig schläfst oder dein Leben gerade aus dem Gleichgewicht gerät?
Wenn wir über den Menstruationszyklus sprechen, denken viele zunächst nur an die Blutung.
Doch dein Zyklus beginnt nicht erst mit den Schmerzen oder dem ersten Blutungstag.
Über den gesamten Zyklus verändern sich unter anderem deine Hormone, deine Körpertemperatur, dein Zervixschleim und – bei vielen Frauen – auch Energie, Stimmung und körperliches Empfinden.
Vielleicht bemerkst du nach deiner Menstruation, dass deine Energie wieder zunimmt.
Vielleicht fühlst du dich rund um den Eisprung kontaktfreudiger oder hast mehr Lust auf Aktivität.
Und vielleicht spürst du in der zweiten Zyklushälfte, dass du etwas mehr Ruhe brauchst, schneller überreizt bist oder dich stärker nach Rückzug sehnst.
Das muss nicht jeden Monat exakt gleich sein.
Aber wenn du deinen Zyklus über mehrere Monate beobachtest, können sich individuelle Muster zeigen, die dir Hinweise auf deine Vitalität geben.
Ein besonders spannender Zeitpunkt der Vitalität ist für viele Frauen die zweite Zyklushälfte.
Nach dem Eisprung steigt normalerweise das Hormon Progesteron an. Dein Körper bereitet sich auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Wenn keine Schwangerschaft eintritt, sinken die entsprechenden Hormone wieder ab und die Menstruation beginnt.
Ich bezeichne diese Zeit gerne als deinen „inneren Herbst“.
Das ist natürlich kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein Bild für eine Phase, in der sich manche Frauen stärker nach innen orientieren.
Bei manchen Frauen bleibt es nicht bei einem natürlichen Bedürfnis nach mehr Ruhe.
Sie erleben in den Tagen vor der Menstruation regelmäßig deutliche Beschwerden: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Müdigkeit, Erschöpfung oder Schmerzen.
Das kann unter dem Begriff PMS – prämenstruelles Syndrom zusammengefasst werden.
Und PMS ist nicht einfach „schlechte Laune“.
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und bei manchen Frauen den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Deshalb ist mir eine Sache wichtig:
Starke oder regelmäßig belastende Beschwerden solltest du nicht einfach als normalen Teil deines Frauseins hinnehmen.
Nicht jede Müdigkeit ist PMS. Nicht jede Gereiztheit ist hormonell bedingt. Und nicht jede Beschwerde hat eine psychosomatische Ursache.
Wenn deine Beschwerden stark sind oder sich verändern, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Gleichzeitig kannst du deinen Zyklus beobachten und dich fragen:
Was verändert sich eigentlich in meinem Körper – und wann?
Denn genau darin liegt die Chance des fünften Vitalzeichens: Nicht nur zu merken, dass es dir schlecht geht, sondern Veränderungen über einen längeren Zeitraum wahrzunehmen.
Hier beginnt die Perspektive, mit der ich in meiner Arbeit mit Zyklusgesundheit und psychosomatischer Ursachenarbeit arbeite.
Nicht mit der Frage: „Was mache ich falsch?“
Sondern mit der Frage: „Was könnte mir mein Körper zeigen?“
Wenn du beispielsweise immer wieder in der zweiten Zyklushälfte völlig erschöpft bist, kannst du einmal genauer hinschauen:
Oder wenn du bemerkst, dass du in dieser Phase besonders gereizt bist:
Das gilt auch für Periodenschmerzen.
Biologisch entstehen Menstruationsschmerzen unter anderem dadurch, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen. Dabei spielen Prostaglandine eine wichtige Rolle.
Die Kontraktionen sind ein normaler Teil der Menstruation.
Und trotzdem erleben Frauen Schmerzen ganz unterschiedlich.
Manche haben kaum Beschwerden. Andere müssen sich jeden Monat mit Wärmflasche und Schmerzmittel ins Bett legen oder können ihren Alltag nur eingeschränkt bewältigen.
Auch hier gilt: Starke Periodenschmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, die eigene Erfahrung aus einer psychosomatischen Perspektive zu betrachten.
In meiner Arbeit geht es dabei unter anderem um Themen wie Loslassen, Weichwerden und Vertrauen.
Nicht als Ersatz für die medizinische Betrachtung.
Sondern als zusätzliche Perspektive.
Wo fällt es mir schwer, Kontrolle abzugeben?
Wo halte ich etwas fest?
Wo erlaube ich mir keine Schwäche oder Pause?
Wo glaube ich, immer funktionieren und leisten zu müssen?
Eine Klientin von mir war beispielsweise sehr leistungsorientiert. Sie wollte immer die Beste sein, immer alles geben und hatte große Schwierigkeiten damit, einmal nicht vorne zu stehen.
Ihre Periodenzeit wurde für sie irgendwann zum völligen Knockout.
In der gemeinsamen Arbeit ging es deshalb nicht nur um die Schmerzen selbst, sondern auch um die Frage, was es für sie bedeuten würde, nicht immer leisten zu müssen.
Zu lernen, dass sie auch dann gut ist, wenn sie eine Pause macht.
Dass ihr Wert nicht davon abhängt, wie viel sie schafft.
Und dass sie nicht ständig gegen sich selbst arbeiten muss.
Das ist kein allgemeingültiges Muster.
Jede Frau hat ihre eigene Geschichte. Und genau deshalb geht es mir nicht darum, für jede Beschwerde eine bestimmte psychische Ursache zu finden.
Sondern darum, neugierig zu werden.
Vielleicht denkst du jetzt:
„Okay, dann muss ich ab sofort meinen gesamten Alltag nach meinem Zyklus ausrichten.“
Nein.
Das wäre genau der falsche Ansatz.
Zyklusgesundheit sollte keine neue Leistung werden.
Du musst nicht jeden Tag perfekt „zyklusgerecht“ leben. Du musst nicht jede Phase optimal nutzen. Und du musst deinen Körper nicht noch genauer kontrollieren.
Es geht vielmehr darum, deine eigenen Muster kennenzulernen.
Vielleicht stellst du fest, dass du in deiner zweiten Zyklushälfte mehr Schlaf brauchst.
Vielleicht merkst du, dass bestimmte Situationen dich kurz vor der Menstruation besonders stressen.
Vielleicht beobachtest du deinen Zervixschleim oder deine Basaltemperatur und bekommst dadurch ein viel besseres Verständnis dafür, was in deinem Körper passiert.
Vielleicht bemerkst du auch einfach zum ersten Mal:
Ah. Da ist wieder dieses Gefühl. Und ich muss es nicht sofort wegmachen.
In meiner Arbeit nutzen wir dafür beispielsweise eine einfache Übung:
Aha – Ja – Okay.
Aha: Ich bemerke, was gerade da ist.
Ja: Ich erkenne an, dass es gerade so ist.
Okay: Ich erlaube mir, damit zu sein.
Das klingt zunächst vielleicht sehr simpel.
Aber genau darin liegt oft die Herausforderung:
Nicht sofort etwas verändern zu müssen.
Nicht sofort funktionieren zu müssen.
Sondern erst einmal wahrzunehmen.
Wenn du deinen Zyklus bisher eher nebenbei beobachtet hast, probiere es für die nächsten zwei bis drei Zyklen einmal ganz bewusst.
Du brauchst dafür kein kompliziertes System.
Notiere dir beispielsweise:
Wann beginnt deine Menstruation?
Wie lange blutest du?
Wie ist deine Energie?
Wie ist deine Stimmung?
Wie viel Schlaf brauchst du?
Hast du Schmerzen oder andere Beschwerden?
Was tut dir gerade gut?
Wo gehst du vielleicht über deine Grenzen?
Was verändert sich im Laufe deines Zyklus?
Wenn du möchtest, kannst du zusätzlich deine Basaltemperatur und deinen Zervixschleim beobachten. Dadurch bekommst du noch mehr Informationen über die verschiedenen Phasen deines Zyklus und kannst deinen eigenen Rhythmus besser verstehen.
Und dann schau nicht nur auf einen einzelnen Tag.
Schau auf mehrere Zyklen.
Was wiederholt sich?
Was hat sich verändert?
Welche Beschwerden treten immer zu einem bestimmten Zeitpunkt auf?
Und vor allem:
Was brauchst du, wenn du das bemerkst?
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Veränderungen, die passieren können, wenn du beginnst, deinen Zyklus wirklich wahrzunehmen:
Du hörst auf, deinen Körper ständig mit einem gleichbleibenden Leistungsmaßstab zu vergleichen.
Du musst nicht jeden Tag gleich viel Energie haben.
Du musst nicht jeden Tag gleich belastbar sein.
Und du musst dich nicht dafür verurteilen, wenn dein Körper dir signalisiert, dass er gerade etwas anderes braucht.
Das bedeutet nicht, dass du dich von deinen Hormonen bestimmen lassen musst.
Im Gegenteil.
Je besser du deinen Körper kennst, desto selbstbestimmter kannst du mit ihm umgehen.
Dein Zyklus kann dir dabei helfen, deine Bedürfnisse früher wahrzunehmen, Veränderungen zu erkennen und Zusammenhänge zu entdecken.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist mit Unterstützung künstlicher Intelligenz entstanden. Die inhaltlichen Impulse, meine persönliche Haltung und die Erfahrungen aus meiner Arbeit stammen von mir. Die KI unterstützt mich beim Strukturieren und Formulieren. Ich prüfe und überarbeite alle Inhalte sorgfältig, bevor ich sie veröffentliche.
Ich bin integrale Heilerin und Coach aus Holzkirchen. Mein Herzensthema ist die Frauengesundheit. Mein Anliegen ist es, Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper besser zu verstehen und selbstbestimmt mit ihrem Zyklus umzugehen.In meiner Arbeit schaue ich immer auf den ganzen Menschen. Auf das, was sich körperlich zeigt, was emotional hinter einem Thema steckt und was im Geist festgehalten wird.
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