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Franziska Impekoven

Schmerzmittel. Wärmflasche. Durchatmen. Irgendwie durchkommen.

Fast jede Frau, die Periodenschmerzen kennt, hat ein persönliches Ritual entwickelt, um durch diese Tage zu kommen. Manche bleiben im Bett. Manche nehmen Ibuprofen, bevor der Schmerz überhaupt da ist. Manche funktionieren einfach weiter.

Aber was, wenn hinter den Schmerzen mehr steckt als nur Hormone?

Was biologisch passiert

Dein Körper baut den ganzen Zyklus hindurch die Gebärmutterschleimhaut auf – für eine mögliche Schwangerschaft. Östrogen lässt sie wachsen, Progesteron reichert sie mit Nährstoffen an.

Wenn keine Befruchtung stattfindet, sinken Östrogen und Progesteron ab. Der Körper versteht: Diese Schleimhaut wird nicht gebraucht. Sie muss raus.

Und dafür schüttet er Prostaglandine aus – Hormone, die der Gebärmutter helfen, die Schleimhaut durch Kontraktion abzustoßen.

Aber hier wird es interessant: Je mehr Widerstand gegen diesen Prozess da ist – körperlich wie emotional –, desto mehr Prostaglandine werden ausgeschüttet. Und Prostaglandine sind schmerzfördernd und entzündungsfördernd.

Mit anderen Worten: Je mehr du innerlich gegen das Loslassen ankämpfst, desto mehr Schmerzen entstehen.

Die Sprache des Körpers: Loslassen und Weichwerden

Periodenschmerzen haben aus psychosomatischer Sicht oft mit dem Thema Loslassen zu tun.

Dein Körper möchte loslassen – die Schleimhaut, das Aufgebaute, das Alte. Wenn du innerlich im Widerstand bist, wenn du nicht loslassen kannst – sei es Kontrolle, Druck, Selbstanspruch, Perfektion –, dann fördert dieser Widerstand physiologisch mehr Schmerz.

Das klingt abstrakt. Deshalb lass mich dir drei echte Beispiele aus meiner Coaching-Praxis zeigen.

Beispiel 1: Die Tänzerin, die immer die Beste sein wollte

Sie war ihr Leben lang die Klassenbeste. Immer in der ersten Reihe. Immer die, die alles gab. Pausieren? Sich mal zurücknehmen? Das kam für sie nicht infrage.

Wenn sie ihre Periode hatte, fiel sie manchmal in Ohnmacht vor Schmerzen.

Ihr Körper hat sie zur maximalen Kontrollabgabe gezwungen – weil sie sich selbst nie erlaubt hatte, loszulassen. Die Ohnmacht war der einzige Weg, wie ihr Körper sie aus dem Dauerdruck herausholen konnte.

Beispiel 2: Die Frau, die immer für alle da war

Ihr Vater, ihre Freundinnen, ihre Familie – alle brauchten sie. Und sie war da. Immer. Sie fuhr abends noch zu ihm, half, organisierte, kümmerte sich.

Ihre eigenen Bedürfnisse? Die spürte sie kaum noch.

Wenn ihre Periode kam, war sie komplett ausgeknockt. Sie konnte nichts tun. Gar nichts.

Ihr Körper hat ihr erzwungen, was sie sich selbst nie gegeben hat: Zeit für sich. Rückzug. Pause.

Beispiel 3: Die Frau, die das Alte festhielt

Sie tat sich schwer mit Übergängen. Wenn ein Lebensabschnitt endete und etwas Neues begann, klammerte sie sich ans Alte. Sie wollte nicht ins Ungewisse fließen, nicht vertrauen.

Auch das: Periodenschmerzen als Spiegel. Der Körper wollte loslassen. Sie wollte festhalten.

Was das für dich bedeutet

Loslassen und Weichwerden sieht bei jeder Frau anders aus. Es ist ein zutiefst individueller Prozess.

Für die eine bedeutet es, nicht immer die Beste sein zu müssen. Für die andere, auch mal Nein zu sagen. Für die dritte, Kontrolle abzugeben und dem Fluss des Lebens zu vertrauen.

Aber der erste Schritt ist immer derselbe: Annahme.

“Wenn du etwas weghaben möchtest, musst du es davor angenommen haben.”

Nicht wegatmen. Nicht ablenken. Sondern hinschauen. Hinspüren. Was zeigt dir dein Körper gerade?

Praktische Tools für die Periodenzeit

Es gibt sanfte Wege, deinen Körper in dieser Zeit zu begleiten:

  • • **Auf den Bauch legen:** Der sanfte Druck entspannt die Gebärmutter.
  • • **Malasana (Hocke aus dem Yoga):** Öffnet das Becken und lässt das Blut abfließen. Versuch es mal bewusst – vielleicht sogar unter der Dusche, ganz ohne Tampon. Lass los.
  • • **Bauchmassage:** Kreisende Bewegungen, achtsam, mit Wärme. Spür, was dir guttut.
  • • **Grundton senken:** Die Energie verlangsamen. Ausatmen. Den inneren Rhythmus nach unten bringen. Wärme, Tee, Rückzug erlauben.

Und vor allem: Dir selbst mit Weichheit begegnen. Nicht gegen dich kämpfen. Sondern mit dir sein.

Eine Einladung

Wenn du diesen Artikel liest und dich darin wiedererkennst – wenn du jeden Monat Schmerzen hast und dich fragst, warum –, dann ist das kein Zufall.

Dein Körper zeigt dir etwas. Nicht, um dich zu bestrafen. Sondern weil er mit dir kommuniziert.

Wo könntest du mit dir weicher sein? Wo hältst du fest, obwohl loslassen dran wäre? Was darf fließen?

Deine Periodenschmerzen sind kein Schicksal. Sie sind ein Signal, das es wert ist, angeschaut zu werden.

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